… Liebe Katze ;-)

Von joe, 2. Januar 2012 20:46

rot_aber_wirklich


Na wer hat denn gestern alles die vermeintlich schönste, blonde Katze Deutschlands gesehen und ist vor Langeweile gleich wieder eingeschlafen? Fast ganz oben, auf ihrer Bedauern-Skala stand der Ex-Geölte: Sie würde es sich ja so wünschen, dass er wieder in Amt und Würden in Deutschland käme. Und vor allem, er hätte ja so einen schicken A…, von ihm würd’ sie glattweg b… err heiraten lassen. Da fällt einem doch die Klappe ‘runner, würd’ ich mal so sagen. Ich mag sie, weil sie ja sagt was sie denkt – frei nach dem Motto ihrer aktuellen Buchvorstellung “Sei schlau, stell Dich dumm” – manch einer würde umdichten in “woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich sage”.


Die Katze spricht das aus, was vermutlich die meisten Deutschen denken. Der Inhalt ist egal, Hauptsache es ist schön verpackt. Naja, manche Katzen (wunderschöne Tiere(!)) machen auch den Deckel von Mülltonnen auf. Da ist mir (mit Verlaub) der geölte Katzendoktortitel nun wirklich egal, der ganze Rest seiner Fabrikate gehört aber in die Tonne. Deckel drauf. Kommen wir nun zur zweiten Person.

Liebe Katze!

Zunächst einmal, ich find’ Dich ja sonst echt klasse, so wie Du Dich gibst. Ich glaube auch, dass Du privat ‘ne richtig abgefahrene Rakete bist. Gerne möchte ich Dir zu Deinen politischen Äußerungen in der Ausstrahlung des Senders VOX zum hiesigen Wochenende schreiben.

Meine Meinung zum Ex-Geölten kennst Du ja. Sie ist mitnichten positiv. Ich würde Dir dann gerne, sofern es mir gestattet ist, analog eine Salami mit Pfeffermantel, in Scheiben schicken. Allerdings einzeln verpackt, täglich jeweils eine. Das wär’s mir wert. Ich hoffe, dass Du sie magst, mein kleiner süßer Peter (Kater, Meerbusch, 1982-2000) stand da immer tierisch drauf.

Liebe Katze, der schönste und auch der oberste Kater in Deutschland gestaltet sich in einer Person wie folgt: Er vertritt dieses Katzenland völkerrechtlich. Er setzt Kater in anderen Katzenländern ein, er hat als alleiniger das Mäusebegnadigungsrecht, er darf die im Bundeskatzentag entworfenen, durch den Bundeskatzenrat verabschiedeten Gesetze beglaubigen und miauen, hat hier auch ein Vetorecht, er darf Oberkater ernennen und entlassen (Auf Vorschlag der Bundesoberkatze), er verkündet den Verteidigungsfall, beruft den Bundeskatzentag ein und kümmert sich um die Verteilung der Gelder an die Katzenvereinigungen.

Kurz: Er hat das höchste Amt, benötigt die höchste Integrität, sein Amt ist das allerallerwichtigste. Damit ist er Katzengott, denn alle müssen an ihn und seine Integrität glauben.

Wer allerdings sich in der Vergangenheit schon, als er noch Landesvater war, von so vielen Unternehmen abhängig gemacht hat, der stellt eindeutig seine Integrität in Frage. Zum anderen ist ja die Auslegungsform von §331StGb, Abs.1, Straftaten im Amt, auch nicht so jedermanns Sache. Zumindest nicht die vom derzeitigen Oberkater, liebe Katze, nur für Dich nochmal zum Nachlesen: http://dejure.org/gesetze/StGB/331.html – Da hat der Bundesoberkater aber mal gewaltig das Katzenstreu vergessen und sich auch beim zweiten Mal(!) so richtig in seine eigene … gesetzt. Das erste Mal hat er ja schon das Streu nicht rausgebracht. Mit Verlaub, auch das verzweifelte Suchen und Aussitzen der Pressefragen bis zur äußerst günstigen Kreditablösung bei einem Geldinstitut (insbesondere der LBBW(!), die steht ja auch so schon im Rampenlicht)wirft da doch gewaltige Fragen auf. Zumal er ja auch erst am 27. unterschrieben hatte, zu Zinsdarlehen, die ich auch gerne hätte, nicht wie angegeben schon am 12. Liebe Katze, hier biegen sich ja schon wieder die Balken vom Katzenhaus Schönblick. Ich wunderte mich, dass es nicht schon längst zusammengefallen ist.

Liebste, wundersüße Katze: Wenn dieser Oberkater am 22. Dezember des Vorjahres allerdings äußert, die Pressefreiheit sei ein hohes Gut (ich nehme hier mal ein Blatt des Verlags, um den es gleich geht) http://bit.ly/rKVThb und dann hinterher herauskommt, dass er neben seinen gesamten “Vorverfehlungen” auch noch mit Anlauf (sei es auch der hinterhältigste Pressekater der schmierigsten Katzenjournallie) mit Volldampf, so richtig mit Schmackes dem Typen eine Sprühwurst auf den Tisch kackt, dass es nur so sprenkelt, der dürfte meiner Meinung nach nicht mal mehr im Katzenklo pennen. Aber nein, die Bundesoberkatze wählt ihn ja in die Katzenvilla Schönblick, nachdem sie ja sonst nix im Repertoire hatte.

So, nu is’ die Katze aus dem Sack, kurzer Prozess, Peng, ich hoffe, liebe Katze, Du bist mir nicht böse, dass ich das mal so gesagt habe.

Ich mag Dich, liebe Katze, wirklich, Du bist supi. Aber ansonsten stehe ich eher auf dunklere Katzen…

Miau!
Dein Joe

PS: Gerne gebe ich Dir noch ein Lied mit auf den Weg:

Lion? Für iSCSI Nutzer teuer, aber lehrreich.

Von joe, 22. Juli 2011 15:50

Atto vs. SNS – Dann wohl konkurrenzlos, zumindest im Augenblick:

Wer bis vor kurzem mit Snow Leopard und GlobalSAN von Studio Networks Solutions auf iSCSI Targets zugegriffen hatte, wird sich wundern. Seit 2007 haben sich die Mac-User auf SNS verlassen – Die Software wurde kostenfrei angeboten.

Ich wurde zwar gewarnt, dass mein Upgrade nicht ganz stressfrei verlaufen würde, im Bereich MIDI war vorgesorgt – also war ich guter Dinge… Ohne iSCSI schaust Du blöd aus der Wäsche: Es ist aus. SNS bietet den iSCSI Initiator “GlobalSAN” zwar kostenlos an, dafür frei von jeglichem Support. Kein Support bedeutet offenbar für SNS auch, bis heute keine einzige Äußerung zum Thema Kompatibilität zu Lion in’s Netz zu schreiben. Weder auf Twitter, noch im Forum, dort liest sich auch, dass offenbar die wenigsten mit einer Inkompatibilität gerechnet haben.

Eine kleine Ausnahme: Solaris Targets können sich nebst wachsender Beliebtheit auch der “weiteren” Kompatibilität zu Lion und Globalsan erfreuen. Doch stimmte mich dieser Beitrag hier weniger fröhlich und zerschoss mein eh schon angefressenes Vertrauen in SNS komplett. das Mountproblem ist aber, wie Dennis Klein richtig sondierte, auf Linux-Targets der Speicherindustrie “beschränkt”, also die der breiten Masse.

Es gibt wohl eine Alternative, doch die ist unverschämt teuer. Atto bietet XTend SAN an, doch für den nahezu unglaublich günstigen Vorzugspreis von $195,00 – Wer sich bis dahin durch’s Netz gegoogelt hat und nach iSCSI Initiatoren für’s geliebte Speichermedium von QNAP, Synology, Netgear oder wem auch immer umgesehen hat, der wurde bitter enttäuscht. Und nein, der von Drobo bringt nix. Es gibt nichts, zumindest nichts Nutzbares. Wer etwas gefunden hat, der möge mich bitte eines besseren belehren: tweet://joemj.

Was mal wieder der Beweis dafür ist, dass “kostenfrei” mich mindestens 8 Stunden Zeit in der Mac-Konsole, in einer Installation, im Netz, und vor allem in Google gekostet hat und man mal kurz gegenrechnen sollte, ob man da nicht doch noch mal die Kreditkartendaten durch den Äther funken sollten. Das ist auch für den Privatanwender irgendwann günstiger. Im professionellen Bereich hat m.E. “kostenlos” und “supportfrei” dann wohl nichts zu suchen.

Ich wurde also genötigt, mangels Alternativen Atto’s Xtend SAN auszuprobieren. Wie erwähnt: Es ist unverschämt teuer! Gegenüber GlobalSAN konnte ich dafür deutlich bessere Werte erfahren. Vor allem im Schreibbereich macht das Ding deutlich mehr Druck und holt aus meinem TS419P+ raus, was das Netzwerkkabel hergibt. Wenn man aber schon so viel Geld ausgibt, sollte man dem Anwender wenigstens das Userinterface schön gestalten. Es ist keien Trialware/Shareware verfügbar.

Die Diskicons sind für designbewusste Macianer eine Katastrophe:

atto_diskicons

Das Setup ist zwar verständlich, der Macrovision Installer nervt aber mit Lizenzfile und dem Wunsch über detaillierte Angaben des Lizenznehmers. Nach dem Setup ist im Gegensatz zu Mitbewerbern kein Neustart erforderlich.:

installer

Funktional ist’s. Das Java-Konfigurationstool wirkt einfach und mit wenig Klickerei und mit Hilfe einer “Target Discovery Funktion” lassen sich die LUNS per Eingabe der IP auch für Klickibunti-Administratoren einfach einbinden:

atto_setup

Xtend SAN unterstützt CHAP/PAP und kann mit Feingefühl mehr Performance aus den per Netzwerkkabel angebundenen Tellerminen rausholen:

atto_setup2

Mehr ist dann aber – neben einer ausführlichen Auflistung der LUNS – auch nicht drin:

atto_lunlist

Atto funktioniert und ist sauschnell. Das Interface wird ja auch nicht täglich geöffnet. Der Designliebende Macianer wird sich allerdings an den Ions und am funktionalen aber völlig altbackenen Interface stören. Mich persönlich ärgert die Kommunikationspolitik von SNS richtig. Das dürfte wohl viele in die Arme von Atto treiben -Die zumindest, welchen jetzt auffällt, dass kostenlos nicht immer kostenfrei bedeutet. Man bekommt das, was auf der Verpackung draufsteht. Für manche ist es viel, denn das Tool arbeitet stabil, performant und – ggü. Konkurrenzanbietern auch unter Lion. Die Oberfläche Ist eine Katastrophe.

Rückblende – Von der Gewissheit bis zur Orientierungslosigkeit

Von joe, 6. April 2011 08:21

“Die beratungsresistenten Alternativlosen” – Achtung, Satire!

„Was ist hier los?“ Fragt sich der ahnungslose Mitdreißiger. Der Mitdreißiger, welcher keine Kinder hat, mitten im Berufsleben steht, Single ist, einen Diesel fährt, Ökostrom schon seit 2009 abonniert, selten zuhause, und weil er Spaß am Beruf hat vielmehr ständig auf Reisen ist. Ich glaube, lieber Freund ;-) – Wenn Du sagst „Ich hätte mich zur linken Wildsau entwickelt“, muss ich mich mal erklären.

Auf der Suche nach einer politischen Heimat ist diese Karrikatur des neuen Bürgers, der sein Leben immer mehr durch den Beruf und weniger durch seine gelebte Freizeit definiert. Ein Berufsleben kann auch Beziehungslosigkeit definieren, ein steuerlicher Nachteil offenbar. Zu dieser Karrikatur gehöre ich. Definitiv. Geboren nach dem „Deutschen Herbst“. Vor der Wende. Ich hatte eine umsorgte, wunderschöne Kindheit inmitten einer Meerbuscher „Gurkensiedlung“. Diese Siedlung ist so faszinierend, sie hätte „Desperate Housewifes“ Konkurrenz machen können. Auch wenn ich nicht Fan davon bin, den Rasen des Vorgarten mit der Nagelschere zu bearbeiten, prägten mich schon damals die konservativen Ansichten meiner Eltern und es ist mir schwer gefallen, sie nicht zu teilen.

Es ist eine „Entscheidung“ für Deine Zukunft, wurde mir damals suggeriert. Fernab von Parteiprogrammen wählt ein Heranwachsender denjenigen, der ihm medial am nächsten ist. Nun gut, wir hatten damals nicht die Medienvielfalt, wie sie heute dem Jugendlichen zur Verfügung steht. Das „Netz“ war eher eine Ansammlung von Mailboxen. Gopher und Terminalsessions dominierten das, was sich moderne Kommunikationsplattform nannte. Und es war schweineteuer. Das spätere „BTX“ war mehr ein System zur Bestellung von Automobilkatalogen denn eine Nachrichtenplattform, Twitter und Facebook in weiter Ferne.

Was wählst Du also in Zeiten, in denen Du gewohnt bist von Helmut und Hans-Dietrich zur Wende geführt zu werden, in denen es Dir gut geht? In denen Du keinen Zukunftsängste hast? Es „könnte“ Dir in den Sinn kommen, schwarz zu wählen.

Erst versuchen sich ein jetzt dunkelroter Westentaschendackel aus dem Saarland, ein Schnellsprecher welcher sich lieber mit Gräfinnen im Pool vergnügt oder derjenige – nach 16 Jahren zum ersten Mal richtig erfolgreich – welcher unlängst brüllte „Ich will hier rein“ an der politische Krone. Da hätte man auch den Papst zur Puffmutter machen können. Seine Agenda-Politik war so fernab der roten Parteiideale, wie die Erde zum Mars. Der Typ war damals schon- neben seinem Spruch „Bring mir mal ´ne Flasche Bier“ deutlich konsequenter, als die „Fähnchenimwind“ Politik des anderen Ufers. Immerhin, das hat uns in der letzten Krise den Arsch gerettet. Er selbst rettete sich rechtzeitig zu einem russichen Energiekonzern.

Was habe ich geflucht, als dieser Kerl mit seiner Agenda-Politik damit anfing. Noch zu den Zeiten, als ich in Köln meiner Arbeit nachging, entdeckte ich zum ersten Mal nach der Jahrtausendwende Pfandflaschensammler, die sich an der Dividende von Herrn Trittin zu schaffen machten und Mülltonnen durchpflügten. Es zog mich total runter. Ob Trittin mit seiner sozialen Ader das bereits geahnt hatte?

Als diese Frau, die nur lächelt, wenn man sie auf den Kopf stellt, 2005 dem Mann die Krone abnahm, hoffte ich auf endlich sozialere Zeiten. Verkehrte Welt! Das, was die beiden sich da übrigens während der Elefantenrunde geleistet hatten, war besser als jede Comedy von Herrn Pispers. Die gebürtige Hamburgerin versuchte mir damals die „neue Mitte“ zu erklären und der heutige Gazprom-3Sterne-General verpfiff anschließend seine Frau: „Sie hätte ihm den Marsch geblasen, der Auftritt sei suboptimal“.

Danach habe ich irgendwie den Anschluß an’s politische Geschehen verloren. Die Parteiprogramme der beiden großen Volksparteien waren komplett konträr zum jeweiligen Agieren der Parteiobersten. Sie hätten eigentlich jeweils zum gegenüberliegenden Ufer schwimmen sollen. Die Rekursivlächlerin fing dann an, dem politischen Schwarzwald einen kompletten Kahlschlag zu verpassen. Alle wichtigen, Köpfe dieseses Biotops wurden abrasiert. Mitunter einer der begabtesten Redner, der mir damals schon die Steuererklärung auf dem Bierdeckel erklärte. Ich war nur glücklich, als wir zwischendurch noch mal gerade so eben am Tempo 130 vorbeigeschrammt sind. Das war – glaube ich – für mich noch relevant. Aus der Wirtschaftspolitik habe ich mich, mit absolutem Unverständnis der Argumente, komplett abgemeldet.

Es ist in etwa so, als ob man während des Krimis einschläft und sich später fragt, „was macht denn Tom Cruise im Tatort“. Offensichtlich war diese Koalition für mich in ihrer Wirkung so irrelevant, wie “Gute Zeiten Schlechte Zeiten”. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich aufgewacht bin. Auf Landesebene NRW zoffte ich mich noch mit meinen Freunden über die Studiengebühren und deren Verhältnismäßigkeit, als dann irgend so eine Bekloppte mit einem Stoppschild durch die Tagesschau zog. Die stand da so in der ARD rum und fand ihr Stoppschild total supi. Ich glaube, da bin ich aufgewacht.

Was für einen hirnverbrannten, idiotischen, völlig bescheuerten Schwachsinn wollte die Trulla mir da verzapfen? Eines hatte sie aber schon damals: Diesen Vierbuchstabenschwachsinnsjournalismus der gesammten Springerpresse hinter sich. Das zog sich vom Hamburger Abendblatt rüber zur Welt bis hin zur Bildzeitung. In einer Tour war diese Journallie der Meinung, dass diese (Gebähr-)Mutter der Nation Ahnung von TCP/IP hat. Wider jedem, auch wirklich jeder Vernunft predigte sie, verlogen bis dass sich die Balken bogen, vom Schutz der Kinder.

In Krefeld quatschte mich dann mein Xing an und der lokale Schwarzwald wollte Gutfreund sein. Ich akzeptierte und fing an sie zu belatschern, warum denn die Frau von den Sinnen mir die Dunkelpolitik so unsympatisch macht. Das Lustige dabei ist, dass ein Spruch eines Politikers zu dieser Legislaturperiode mit dem Inhalt „Gleichschaltung der Medien“ sich wohl eher auf die schwarze Basispolitik herunterbrechen ließ. Ein neues Wort wurde gefunden: „beratungsresistent“. Ich schmiss die Trulla aus meinem Xing-Repertoire.

Katsching – Ich war hellwach. Die Einzugsermächtigung zur Unterstützung meiner „Dunkelpartei“ wurde gekündigt und ich hatte monatlich mehr Geld auf dem Konto. Ja und jetzt? Es wurde noch besser. Die gelbe Alternative biederte sich mir förmlich an. Dieser gelbe, von allen beschossene Politiker wetterte in Sachen Informationsfreiheit gegen die Unionspartei, dass es nur so krachte. Ich fand die gut und war der Hoffnung, dass sich mit deren Unterstützung etwas änderte und verfolgte deren Äußerungen. Kann ja so falsch nicht sein. Auch die dazugehörige, jetzige Justizministerin gefiel mir.

Unterdessen schoss ein Wirtschaftsminister aus dem Unterholz, der zuvor erfolgreich ein junges Familienunternehmen geführt hatte. Mit Skepsis beäugte ich das Spektakel. Als er dann „wenn das mit Opel nicht so klappt, wie ich mir das vorstelle, trete ich zurück“ lauthals das Gegenteil von seiner Ankündigung tat, hatte ich für den politischen Schwarzwald nun wirklich nichts mehr übrig und meine Hoffnungen lagen in der liberalen Alternative, die dummerweise immer da war, wo die von mir damals so bevorzugte Dunkelpolitik auch war. Als dann dieser dahergelaufene Wirtschaftsminister, auf dem schon damals alle Hoffnungen der Hauptstadtspringerjournallie lagen – begleitet von Homestories dann auch noch in der Tagesschau behauptete „Er sei zutiefst betroffen“, war von meiner konservativen Grundstimmung nun wirklich nichts mehr da.

Keiner der konservativen Köpfe, die mir entweder am Geldende weniger Monat versprachen oder der freiheitlich, liberalen Nutzung des Internets nicht im Wege standen waren, noch da. Sie waren alle von der Rekursivlächlerin abgesägt worden. Entweder klammheimlich oder mit Pauken und Trompeten. Sie hatten keine Lust mehr. Auch auf Landesebene verzog sich Schritt für Schritt jeder helle Schwarzkopf in die Wirtschaft. Keine Inhalte, keine Zukunftsperspektiven. Nur noch gequirlter Schwachsinn. Wenn „De Rende sinn sischa“ Blüm oder „Ich bin gekommen, um ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise.“ Gentscher sich heute ihre Parteien angucken, müssten sie sich eigentlich fragen „Wer bin ich, und wenn ja, wie viele“. Inzwischen hatte ich ja noch nichtmal mehr was gegen grünes Tempo 130, das muss man sich mal vorstellen. Nach Abwägung aller Konsequenzen wählte ich dann also Gelb-Orange. War das der Zeitpunkt, als der Ausstieg aus dem Ausstieg bittere Konsequenz wurde? Steigen wir da jetzt wieder ein?

Dann kam da was um die Ecke, das ich nicht verstanden habe. Meine Bank, welche 1000e von Optionsscheinen eines amerikanischen Risikoinvestors im Safe hatte, zündete selbigen kurzerhand an. Mein ganz privates Wohnungsprojekt in Höhe von EUR 80.000 (Nettowert bei Schnellverflüssigung) ging aufgrund meines Unverständnisses von allgemeinen Geschäftsbedingungen und Kleingedruckten in Flammen auf. Verpuffung. Wusch. Weg. „Ihr Geld ist nicht weg, es hat jetzt nur ein anderer. Es tut uns herzlich leid, aber das ist nun mal so.“ Komisch nur, dass gerade die deutschen Banken, die unsere wunderschöne, deutsche Finanzwelt vor die Wand gefahren hatten, die meisten Politiker im Vorstand hatten. Als diese Rekursivlächlerin mir dann auch noch verzapfen wollte, dass wir einen sündhaft teuren “Schirm” aufspannen müssen, das sei ja „alternativlos“, war mein Ofen aus. Übrigens, diese Arschlöcher machen heute so weiter wie vorher. Das führt dazu, dass ich neben meiner Privatrente nix mehr spare. Ich werde in Zukunft also weiterhin bis zum Lebensende in meinen 42 Quadratmetern Dachfläche mit Klo –lebstdunochoderwohnstduschon- hausen weil ich auf übermäßige Spenden an diese „Banker“ keinen Bock habe. Da investiere ich lieber in einen Long Island Iced Tea. Der schmeckt besser als Papier.

„L’ addition, s’ il vous plait“!

Kommen wir also zur Abrechnung der Konsequenz meiner koalierten Wahl. Der Bürger hat das ja so gewollt. Suggeriert mir: Ich bin schuld! Wenn ich also durch meine Reisekostenabrechnungen von 2010 mal so durchgehe, muss ich feststellen, dass diese sich zu 100% von denen in den Vorjahren unterscheiden. Jetzt sind da immer 2 Mehrwertsteuersätze drauf. 7% und 19%. Das führt zu noch mehr Monat am Geldende, liebe Yellowpolitics, Inc! Und zwar deutlich! Die kostet mich als Handlungsreisender Monat für Monat mindestens 300 Euro, bis ich mich dazu entschließe entweder das Frühstück komplett zu canceln oder zum goldenen M zu pilgern. Das ist nur da, wo ich mich meistens aufhalte, also hinterm antikapitalistischen Schutzwall, nicht so häufig anzutreffen, wie tief im Westen… (Grönemeyer). Ich habe also die Wahl zwischen Magengeschwür aufgrund der Mahlzeiten oder Magengeschwür aufgrund eines Wahlgeschenks der gelben Schwester an Mövenpick. Hinzu kommt mein „Dakönnenwirnichtsmachentelefongespräch“ mit meinem Personaler in Berlin, der mir im Januar in einer Email mitteilte: „Setzen Sie sich bitte erstmal, bevor Sie den Anhang öffnen. Ich kann da ja nichts dafür. Auf Ihrem Lohnjournal ist das Geld oben ja noch da, nur unten wird’s jetzt wieder weniger.“ Tun wir den Blödsinn, den uns ein zukünftiger, liberaler Parteichef wegen dringend notwendiger Gesundheitsreformen oben noch draufkippt, kommen wir auf eine stattliche Minussumme, und das monatlich. Ohne Zutun meines AG oder Verschulden meinerseits. Mein privater “Wirtschaftsaufschwung” ist also verpufft, wie das Geld im Safe der Bank. Na herzlichen Dank auch!

Ein paar Beobachtungen noch: Für Gelächter sorgte dann die Aufarbeitung des journalistischen Spiegleins der Assange-Kabel. Die Schwester sah super aus! Später versucht man sich an einem unterirdischen Bahnhof und erzeugt den Wutbürger wegen des bösen Internets. Wegen der Züge ging völlig unter, dass sich der Bahnhofsministerpräsident aus dem Ländle mal eben mit 4,7 Milliarden Steuergeldern ENBW (Das sind die mit den Reaktoren) von den Franzosen zurückkauft. Das ist schwarze Politik!

Richtig lustig wurde es, als sich die aufgrund von Copy&Paste-Verfehlungen einzige (vermeintlich einzige) Konsequenz und Bastion des politischen Schwarzwalds der Kettensäge zum Opfer fiel. Die 4Buchstabenpresse wetterte kräftig dagegen, vergaß dabei allerdings alle anderen Verfehlungen meiner „Persona non Grata“. Und die Liste war lang. Gottseidank ist der Baum endlich weg vom Acker. Und als könne man die Uhr danach stellen, schießt der nächste schwarzlackierte Politiker im 3-Monatszyklus gegen das ach so böse Internet. Bald haben wir doch chinesische Verhältnisse.

Wäre da nicht ein Reaktor in Japon hochgegangen. Sowas Doofes aber auch. Ihre „Investitionen“, liebe Energiebetreiber, die sie aufgrund des „Konsens“ in Energietrassen gemacht haben, die sie dummerweise wieder abgerissen haben, weil der Unterhalt aufgrund des Ausstiegs vom Ausstieg nicht lohnte, die müssen Sie jetzt doch wieder – also nochmal – machen. Das mit der Investitionssicherheit, so mit Planung und so, das ist so eine Sache. Das konnten wir ja auch nicht ahnen. Und diese Milliarden der Stromkunden, die sie da so in die – ja jetzt nennen wir sie halt mal wieder so – „Schrottmeiler“ investiert haben, das war leider (sorry) jetzt aber auch wirklich doof. Wir überprüfen das jetzt mal, also „ethisch“. Mit Kirchen und Moratorium und so. Mir war so, als ob da irgend wie so ein Huhn über den Dorfplatz/ Fernseher kühnastete. Bock Booooaaa Bock Bock törö. Da haben sie das gesehen? Ach jetzt ist da Ranga Yogeshwar, ich dachte da war ein Huhn im Kasten.

Ziehe ich also meine Schlüsse und rechne ab. Weder der Seeheimer Kreis, noch der konservative Minister, noch die Yellowpolitics, inc./.org geben mir jetzt ein politisches Zuhause. Dunkelrot würde ich nie wählen und was ist dann außer den Antiparteien (mit oder ohne Inhalt) noch übrig? Richtig, Nichts!

Wie jetzt, jetzt bin ich das auch noch schuld? Im Parteiprogramm stand doch was anderes. „Also Herr L., wenn Sie glauben, Politiker sind Idealisten und tun das, was sie predigen, dann glauben Sie auch noch an den Weihnachtsmann, oder?“

Schließen möchte ich mit einer satirischen Liedempfehlung von Arne: Die Partei

Ich bin also mit Schlafsack unter politisch freiem Himmel. Da ist weder rechts noch links was im Gebüsch. Na herzlichen Dank auch.

Die Netzkultur und der Offlinebürger, von der Abschaffung der Netzneutralität

Von joe, 10. Dezember 2010 23:07

Medieninkompetenz für Anfänger, Wikileaks, JMSTV, Taliban, Zensursula & CO

Habt Ihr die Nachrichten in den letzten 2 Wochen aktiv verfolgt? Am 29.11.2010 hatte der Spiegel den Titel „Enthüllt – Wie Amerika die Welt sieht“ für seine neue Ausgabe gewählt. Ich habe zuhause, bei meinen Eltern bibbernd auf das versprochene Release am Vortag um 22:30 gewartet und ich wurde bitter enttäuscht, und das nicht wegen einer Verspätung, sondern wegen der Inhalte.

Erst am Folgetag konnte ich die Ausgabe laden, bis dato waren die Server in Hamburg völlig überlastet. Der Spiegel hatte seine Netzanbindung selbst gesprengt. Ob es jetzt hilfreich war, dem Blatt ein 500MB Video mit dem Titel „Die Bombennacht von Kunduz“ beizulegen oder nicht, ich durfte das dann erst am Folgetag beurteilen.

Das, was mir da allerdings auf meinem iPad entgegenkam, war so gar nicht das, was ich erwartet hatte. Es war ja alles schon der Allgemeinheit bekannt und richtig, was da stand. Westerwelle wurde als “Reinkarnation der Inkompetenz” tituliert und Frau Merkel sei jetzt „Teflon-Merkel“. Die wichtigen Depeschen wurden ignoriert oder erst wesentlich später in den Onlineausgaben berücksichtigt, als sich der Rest der Welt schon mit den wichtigeren Themen beschäftigte.

Das hätte auch der Springer-Verlag besser hinbekommen, würde er aber wohl nicht wollen. Der Guardian z.B. hat da deutlich bessere Worte und Schwerpunkte gefunden und sich mit den eigentlich wichtigeren Depeschen beschäftigt, während es den Spiegel immer noch interessiert, wie Seehofer hinter den Kulissen auf und ab geht wie ein HB-Männchen, der kam nämlich auch nicht gerade gut dabei weg.

Montag war ich also noch relativ glücklich, die „gekabelten“ Depeschen sollten jeden Tag für Comedy sorgen und – soviel stand fest – die Amerikaner sahen relativ alt aus. Auch die deutsche Bundesregierung. Es wurde lamentiert, gefaselt, gestammelt – das alles relativ unkoordiniert, wie zu erwarten. Ab dann ging bis heute überall immer mal wieder irgendwo eine kleine oder größere Kiste hoch: Rechtfertigungen, Entschuldigungen, Bestürzungen, Gefasel, Verleumdungsklagen, und das, obwohl Amerika und deren „Partner“ wohlwissend 2 Wochen vorher schon mit den Vorbereitungen ihres diplomatischen Untergangs beschäftigt gewesen sind. Ihre Auslandsvertretungen begannen schon weitaus früher, die entsprechenden Länder auf das Schlimmste vorzubereiten. Sie hatten genug Zeit.

Ich wurde am Montag Abend eines besseren belehrt. Meine Laune ging in den Keller. In einer Sondersendung in der ARD fehlten nur noch die üblichen Verdächtigen, dann konnte es ja eigentlich losgehen, dachte ich. Und ja, sie waren tatsächlich alle da: Die komplette Riege der „Gegenseite“ feuerte zurück. 90% der geladenen „Prominenz“ begann zu schießen und zwar gegen Wikileaks – praktisch ohne eingeladene Gegenwehr. Immer wieder wurde Wikileaks in die Ecke der Illegalität gedrängt. Manifestiert hatte sich das ganze in einer Pressemeldung der Washington Post dieser Woche dann in etwa soweit, dass Sarah Palin Assange mit einem Taliban-Anführer verglich und seinen Kopf forderte. Durch die Bank weg wurde nicht der wahre Inhalt der Depeschen verurteilt, kein Besserungsgelöbnis geäußert – Wikileaks sei der wahre Verbrecher, das sei ja illegal, was die da getan haben.

Es kommt mir so vor, als hätte sich die komplette Riege der Politiker im Kinderzimmer versammelt, um Verstecken zu spielen: Merkel hinter’m Vorhang, Seehofer zählt bis Zehn, Westerwelle grübelt hinter einer Säule: „Wenn ich meine Hand vor die Augen halte, dann sieht mich der Seehofer bestimmt nicht… Mist, da hat mich einer aus meiner Partei verpfiffen!“

Nur mal so der Vollständigkeit am Rande, Wikileaks besteht nicht nur aus Julian Assange und hat weit tiefere Wurzeln im Netz als der gebildeten Mittelschicht bekannt. Auch wurden hier schon Duisburgs‘ Sauerlandpossen in Sachen Loveparade verewigt oder ganz andere „unsinnige“ Dinge seit 2005.

Ein wenig später schoss die gesamte Netzgemeinde zurück. Auf Twitter, Facebook & Co. wurden die Reaktionen der Politiker in den Schlamm gezogen. Und womit? Mit Recht. Das Verhalten der gesamten, deutschen Führungsriege ist beängstigend. Die Kommentare in den Foren von Welt, Zeit Online, Süddeutsche, FAZ oder Spiegel bilden einen guten Querschnitt der Denke einer immer größer werdenden Gesellschaft, zu der ich mich dann offenbar auch zählen muss. Entweder leide ich an Wahrnehmungsstörungen, oder wir haben hier ebenfalls ein deutliches „Integrationsproblem“ einer sich aufbäumenden „Subkultur“.

Es ist kein Geheimnis, dass ich mich bis zum Zeitpunkt der „Kanzlerinwerdung“ offen zu konservativer Politik bekannt habe. Als in ihrer Riege nach Schäuble 2.0 eine „Person“ ein Stoppschild forderte, war das Wort „Zensursula“ in aller Munde. Erst dann begann mein Denkprozess und offenbar auch der vieler anderer in unserer Netzgemeinde. Ganz unverblümt sprach da eine mit äußerst gefährlichem Unwissen ausgestattete Person über das Schlimmste, was dem Netz passieren könnte: DNS-Poisoning (Link) und wollte eine Kontrollinstanz darüber in grundrechtlich verwerflich falsche Hände legen. Alle Wissenden schüttelten nur noch mit dem Kopf. Wie kann man politisch nur so einen idiotischen Schwachsinn verzapfen? Der mögliche nächste Bundeskanzler und Ehemann einer Beteiligten war zu tiefst betroffen,[…] „wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es Menschen gibt, die sich gegen die Sperrung von kinderpornographischen Inhalten sträuben. Das ist nun wirklich eines der wichtigsten Vorhaben in vielerlei Hinsicht“ (Link). Seine Frau, mitverantwortlich für massenwirksames Brimborium, zum Schaden echter Opferhilfe – (Link) – ist offenbar schon damals „ganz unbeteiligt“ in diesem Kartell „vonundzuguttenbergmerkelvonderleyenschäuble“ oder kurz „innocenceindanger“ weit vor dem Abtauchen in ihren eigenen Spendensumpf. Die Musikindustrie freute sich schon wie eine Horde kleiner Kinder auf Gummibären und feierte schon den eigenen Einzug in die nächste Kontrollinstanz durch die Abmahnanwälte.

Dass alle von Kinderpornografie betroffenen (Link) und weit über 50.000 Petitionszeichner und vorne weg eine ganz besondere, bewundernswerte junge Dame vom Staat mal wieder wegen „Wegschauen und Weghören“ ganz besonders ernst genommen wurden, führte dazu, dass das neue “ZugErschwG” tatsächlich doch gegen den Protest aller bei Horst Köhler aufschlug. Ob ein Inkrafttreten wegen Verfahrensfehlern oder Horst Köhlers Unwillen, dieses Gesetzes wider dem Grundgesetz zu unterzeichnen versagte, sei mal so in den Raum gestellt. Damals glaubte ich auch noch, Herr Stadler von der FDP sei auf meiner Seite, das mit dem Weihnachtsmann habe ich begriffen. Jetzt hat das beste Format auf RTL2 mit der größten Quote „Tatort Internet“ entdeckt – fernab jeder Vernunft. Da schütteln auch die Opfer nur noch mit dem Kopf – (Link) – Das wollen die Leute ja sehen. Besser könnte ich vermeintlichen Handlungsbedarf für die gebildete Leserschaft der 4 großen Buchstaben nicht in Szene setzen. Übrigens, jetzt haben wir diesen regulatorischen Schwachsinn auf EU-Ebene neu tituliert: Zensilia.

@bitsundso hat es in der Sendung #228 deutlich besser getroffen und mein Eindruck bestätigt sich, dass ich nicht der einzige mit so vielen Sorgenfalten bin. Wer neben mir einmal China besucht hat und dort versucht hat, ssh oder ssl mit der Heimat zu quatschen, geschweige denn den Messenger zu benutzen oder gar VOIP, weiß genau wie wichtig Netzneutralität ist. Ich für meinen Teil habe Panik bekommen! Blos weg hier! Viel zu selten wird hierzulande von den Menschen aus den arabischen und chinesischen Ländern berichtet, deren Benutzung des „Netzes“ die einzige Möglichkeit ist, Demokratie und Wissen zu transportieren. Was, wenn die digitale Nabelschnur abreisst? Naja, wen interessiert’s. Sind doch nur ein paar Moslems. Offenbar wird hier in Deutschland nach Schäuble 2.0 auch von Frau Merkel immer öfter der Regulierungswunsch in genau diese Richtung geäußert. Demokratie und Freiheit wird völlig überbewertet. Wer braucht denn sowas? Gut zehn Jahre haben wir hier fernab jeder Sorge über Länder weit weg von der sorglosen, demokratischen Nutzung des Netzes unseren Unmut bekundet: “Ach hätten die es dort doch genauso schön wie wir hier. Wir können uns bewegen und unsere Meinung frei äußern.” Bald muss ich wohl sagen „konnten“.

Die vermeintliche „Gefahr“ des Netzes ist den Politikern wohl bewusst. Anstatt sich damit auseinander zu setzen, um vernünftige, menschenwürdige Rahmenbedingungen fernab von Zwangsregulierung zu schaffen und um ehrlich zu agieren, wird eine Sperre einem „gegen das Problem angehen“ und einem “Speichern auf Vorrat” vorgezogen. Wegschauen, weglaufen oder bekämpfen ist Zivilcourage ad absurdum. Diese und ähnliche Erfahrungen äußerten sich nicht nur durch Blaue Augen, verursacht durch die Exekutive dieser Republik, z.B. auf der letzten Demo „Freiheit statt Angst“.

Auch Unternehmen knicken ein, im vorauseilenden Gehorsam vor der Macht der doch so „ehrlichen“ Politik und Diplomatie. Inzwischen wird man sich wohl der Realität bewusst, dass nicht nur in der Politik gutes, verständliches Social Engagement wohl die bessere Wahl ist, denn damit könnte der demokratische Bürger besser umgehen. Dennoch äußert sich in der Wirtschaft nur folgendes: “Eine Meinung kann auch finanziell gefährlich sein…” Welche Erkenntnis! Klar, dass sich das Einknicken von Paypal die Kindergruppe um „Anonymous“ selbst auf die Fahne schreibt. Übrigens, die Wau-Holland Gruppe hat auch ein Konto bei der Commerzbank!

Das Volk fängt inzwischen an, sich mit Hilfe von Twitter und Facebook aufzulehnen. Gefahr! Die beste Daily Soap dazu: Heiner ‚Yoda‘ Geißler in den Folgen 1-56 von Stuttgart21 auf Phoenix bis vor ein paar Wochen schlug fast Dr. House in der Einschaltquote. Der gemeine Politiker ist inzwischen sprichwörtlich überfordert ob des neuen Bürgers, den er so nie kannte. Wo kommt der denn auf einmal her? Hat den vorher schonmal jemand gesehen? Noch schlechter weg kommen in der Meinung der Netzkultur vor allem die Printmedien. Auch die vermeintlich letzte Bastion, die Helmut Kohl nie mochte. Dem schlecht recherchierten Phrasengeballer der Springer-Gruppe folgte zuletzt auch der Spiegel. Die wirklich guten Artikel in Blogs und Foren in Deutschland oder in der internationalen Presse finde ich auf Twitter und hole sie mir in mein Instapaper, nicht aber in den Printmedien.

Jetzt werden im Namen von Wikileaks sogar wieder Steine geworfen, gegen Paypal, Mastercard, Visa und viele andere. Viele äußerten Verständnis dafür. Ich ausdrücklich nicht. Was mich dabei besonders wundert ist, dass diese „Community“ von 12 Botnetzbetreibern wohl meinte „Es wäre mit ihren dDoS Attacken freilich sinnfrei, die API von Paypal anzugreifen, dadurch würde ja finanzieller Schaden verursacht“. Verdampft ist der Angriff schlussendlich bei Amazon. Mit der gewaltigen Bandbreite der Amazon S3 Hütten hatte die Gruppe Kinder um „Anonymous“ nicht gerechnet. Der deutlich größere Schaden entsteht jetzt woanders. Um das zu begreifen, müsste man wohl Schachspieler denn Steinewerfer sein: Auf Molotov Cocktails folgen häufig Wasserwerfer, Schlagstöcke und Reizgas. In der Netzkultur dürfte die Gegenwehr der Obrigkeit freilich anders aussehen.

Auch wenn dieser Wasserwerfer vermeintlich noch nicht eingesetzt wurde, wird er ganz bestimmt kommen. Scheinheiliger und weniger „ehrlich“ als das reale Derivat. Ein anderer Wasserwerfer hatte unlängst gestern das Berliner Haus verlassen. Und NRW ist auch mit dabei: Diesmal völlig demokratiebefreit, aufgrund von quietschgrünen „parlamentarischen Zwängen“ wurde der dämlichste, hirnverbrannteste Blödsinn der gewählten Volksvertreter auf die Allgemeinheit der Bundesrepublik losgelassen und in einem „Staatsvertrag“ attestiert – (Link). Blogger und Forenbetreiber machen vorsorglich schon mal dicht, vor so viel geballter Demokratie.

…Als ich das zehnte Mal die nicht einmal ansatzweise beschränkt geschäftsfähige Tochter einer ehemaligen Kollegin davor bewahre, zu viel Haut auf Facebook zu zeigen, als die zweite Rechnung selbiger eines Abmahnanwalts aufgrund eines Abos bei Hausaufgaben in’s Haus flattert sie an meine Lieblingskanzlei Teclegal verweise, frage ich mich nur noch, wo soll das alles noch hinführen. Was ist passiert hier? Wo ist hier Medienkompetenz?

Kann ich bald nicht mehr der genauso intelligent- interessanten als auch süßen, spitzen Zunge Anne Grabs (@annelchen) folgen, weil mein DNS spinnt und mein Carrier (gerade mal wieder Vodafone) nur den hauseigenen zulässt, weil Twitter der Regierung oder der EU nicht in den Kram passen? Darf ich bald Tiesto’s Videos z.B. Alone (Link) nicht mehr sehen, weil da zu viele süße Mädels drin sind?

So in etwa musste sich wohl Gallileo Galilei fühlen, der versuchte, seinem Umfeld beizubringen, dass die Welt jetzt nun wirklich keine Scheibe (mehr) ist. Warum? Mein dienstliches und mein privates Umfeld versteht nur schwer, wie gefährlich die aktuelle innen- und außenpolitische Lage für die Netzneutralität ist. Schuld daran ist wohl Wikileaks oder die „KiPoIndustrie“. Facebook? Wer braucht das? Einer meiner Bekannten zieht immer noch sehr gerne über mich her wenn er sagt, ich sei ja „der digitale“. Für Zettel und Stift würde ich eine Bedienungsanleitung benötigen. Dass Twitter in der Wichtigkeit inzwischen Reuters überholt hat, scheint genausowenig der Politik, wie auch vielen meiner Bekannten klar zu sein. Immerhin, einer meiner besten Freunde hat sich jetzt aus freien Stücken dazu bekannt, sich in die Untiefen von Facebook vorzuwagen und gleich mal eine Gruppe für mein Lieblingshobby aufgemacht, ein geselliges, ganz reales: Doppelkopf. Der Innenminister 1.0 Beta nach Schäuble schafft zeitgleich das deutsche FBI (Link), schreibt die Frankfurter Rundschau. Demokratie wird völlig überbewertet.

Vielleicht stirbt der Offlinebürger ja doch irgendwann aus und Medienkompetenz kommt von ganz alleine? Nicht dass ich mir das wünschen würde, dennoch wäre ein sinnvolleres Miteinander beider Gruppen doch zweckdienlich, des gesellschaftlichen Frieden wegen. Steinewerfen (real und virtuell) ist da sinnfrei. Vielleicht kommt ja dann auch ein wenig mehr Interesse für die Medien und der Erklärungswille sowie das Zuhören beider Parteien schafft Wissen und ein Aufeinanderzugehen – zumindest in Old-Europe. Transatlantisch bin ich da doch noch deutlich besorgter! Mein zutiefst verehrter Mentor hat mir zuletzt in Berlin mitgeteilt, dass ich nicht erwarten dürfe, dass meine Moralvorstellungen auch in Saudi oder China gelten – und umgekehrt. Vielleicht liege ich ja mit diesem Blogeintrag grundsätzlich falsch?

Was ich mir dennoch zu Weihnachten wünsche? Ich wünsche mir, dass endlich begriffen wird, dass Netzneutralität demokratischer Grundbestand ist oder in manchen, konservativen Köpfen noch wird. Ich wünsche mir, dass Medienkompetenz von Eltern deren Kindern vorgelebt wird. Dass TCP/IP in der Schule gelehrt wird. Dass eine menschenwürdige Auseinandersetzung mit den Themen Informationstechnologie und Netzkultur stattfindet und zwar in allen Bereichen: Nicht nur in der Politik und in den unterversorgten Schulen – ganz einfach gesamtgesellschaftlich.

Na denn, frohes Fest!

Meinung: Verbote schützen Deine Freiheit !?

Von joe, 6. Oktober 2009 21:51

Offenbar, denn in Baden Württemberg schafft der selbsternannte „Expertenkreis“ AMOK eine Charta, die nahezu allem was die CDU in der Vergangenheit zum Thema „Gewaltprävention“ von sich gegeben hat noch einmal gewaltig etwas oben drauf setzt.
Weiter lesen 'Meinung: Verbote schützen Deine Freiheit !?'»

SQL2008/MSXML – Bananensoftware die zweite

Von joe, 29. August 2009 16:33

Na wunderbar. Ich sitze bei einem Kunden und “versuche” den SQL Server 2008 (Retail, Workgroup Edition) zu installieren – In so einer schicken Plastikbox. Grundlage ist ein Windows Server 2003 R2 Standard…

So schön – Installieren? Nö ist mal wieder nix, der Exit Code ist 2068643839, er fährt mal wieder vor die Wand. Das Windowssystem war voll durchgepatcht, so wie es sein sollte… Das XML Servicepack 2 war die Ursache, welche jede Installation von SQL Serverdiensten verhinderte. Aufmerksam wurde ich auf den Fehler bei Connect – Link. Ein Traum! Hat mir so irgendwie schon wieder 1 Stunde zersägt…

Schön rausgeputzt…

Von joe, 24. August 2009 23:13

… Hat nix genutzt. Stunden Schrauberei, Diagnose mit unserer ISA (gottseidank gibt’s die) – und dass nur weil auf den Mac Clients Entourage 2008 Web Services Edition unterstützt werden soll – Schlussendlich lief’s dann ohne Probleme. Und jetzt? Mac OS X 10.6 ist draussen, mit nativer Schnittstelle zu Exchange 2007 – Ohne Entourage, ohne Fusselei. Ein Traum.. Na wunderbar ;-) Ick’ freu mir – Aber so richtig: Link – Ich werde berichten ;-)

Bananensoftware: ISA’s KB971143 & VPN

Von joe, 23. August 2009 03:15

Joe sitzt seit einer Stunde an seiner ISA und hatte als letztes Teilprojekt das Thema VPN auf dem Kasten. Irgendwie blöd, wenn nix geht. Alles ausprobiert, R&R deaktiviert, wieder aktiviert, Richtlinien immer und immer wieder durchgegangen, Netzwerkregeln durchgegangen, alles schien korrekt – Da wo man am wenigsten ein Problem vermutet – das klappert man zum Schluss ab: Keine Ports in Routing und Ras. Keine Ports? Richtig – Nix los in der Hütte. Wo sind die Hin? So jetzt googlen. Da stoße ich auf den Artikel von meinem lieben Freund Marc Grothe – Link.

Zu dämlich Microsoft! Da gibt’s einen Patch (KB971143), der ist seit 2008 auf dem Markt, und der frisst sozusagen die Ports auf. Ja, ganz recht – die Ports Tabelle in der Routing und Ras Konsole ist leer. Weg – aus – futsch. Nach ein wenig Testen bekam ich das Problem in den Griff und zwar musste ich vorher zwingend VPN von der ISA Konsole her deaktivieren, nach Übernahme klappte die Deinstallation von KB971143 problemlos, leider ein Reboot verursacht durch den Installer.

Wie man den KB Artikel wieder installiert und trotzdem noch alle Ports hat weis ich definitiv nicht. Es geht nämlich nicht. Drauf mit dem Müll, weg sind die Ports. Marc Grothe schrieb in seinem Blog, dass er sich Beiträge wünscht über Herrschaften die das gleiche Problem haben wie Du und ich: Link Schreibt mal was nettes…

Ich schieb erstmal sauber Hals.

… SCOM 2007 und DMZ

Von joe, 18. August 2009 23:31

Na da geht auf einmal was nicht mehr. Im MOM2005 war’s noch problemlos möglich Clients in DMZ und Perimetern zu erreichen, vor allem dann wenn sie nicht Mitglied der Domäne sind. Im 2007er SCOM läuft das ganze nicht mehr, da geht nur noch Kerberos (Domäne) oder Handshake per Zertifikat.

Microsoft beschreibt den hinterletzten KB Artikel – 947691- völlig daneben die Grütze. so geht’s nicht. Die deutsche Übersetzung ist übrigens auch ein Traum! Auch die Anweisunge von diversen Blogs sind nicht zu gebrauchen, da permanent das Trusttool von SCOM2007 vergessen wird oder am Server 2008 “vorbeigedacht” wird.

So gehts:
Die einzige Lösung findet sich hier: Technet Blog, Link – Lobenswertes PDF von “wchomak”, ich muss noch rauskriegen, wer das ist. Lobenswert!

Danke!

Alles Käse, was im Netz zu lesen ist (mit einer Ausnahme), selbst der grottenschlechte KB Artikel

… EWS oder was?

Von joe, 15. August 2009 15:30

Inzwischen läuft mit den Mac- Client endlich wieder Entourage… Warum zwischen dem Ende der Beta von Entourage EWS und dem Release so viel Zeit vergangen ist, bleibt mir schleierhaft – wie so einiges in Verbindung mit Exchange. Die EWS Edition läuft, gottseidank. Richtig gut sogar, allerdings erst nachdem ich alle Hindernisse beseitigt habe. Dass man auf dem Exchange mitunter nur mit der “Bauernschell” arbeitet – ist mir sogar lieb. Warum der Installer allerdings die Hälfte vergisst ist, ist mir äußerst schleierhaft. Da hätte ich den ganzen Kram auch zu fuss reinbürsten können. Naja – jetzt ist alles klar… Nach dem Start von:

Entourage Start

Kommt die Integrationsarie… Andreas half mit Pizza und Ruhe – er hat die vorhergegangene Odyssee für das EWS Update übrigens mal näher beleuchtet: Link – Richtig herrlich – Zum aus der Haut fahren. Übrigens, eine vollständige Installation mit EWS bekommt man erst hin, nachdem auf dem Mac der ganze Microsoft RotzKram aus den Libraries auch verschwunden ist. Hilfreich ist nach der Deinstallation mit dem Microsoft- Assistenten, das im Papierkorb gelandete Office noch mal auf den AppCleaner zu ziehen… Erst dann geht’s. Ein Traum, diese Installationsroutine… Himmelnochmal – Microsoft, das hätte auch besser funktionieren können!

Super oder? Naja, es gibt noch ein paar http 500, weil EWS mit einem kleinen Teil von Emails nicht ganz klar kommt, aber so ist erstmal Ruhe im Karton. Ich werde gucken, wie ich EWS/Autodiscover auf dem ersten Exchange vernünftig an’s Laufen bekomme, damit ich mir die 4GB Ram noch sparen kann.

Bis dato: Dank an Andreas und die gute Laune ;-)
Alles bestens…

Panorama Theme by Themocracy