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Lion? Für iSCSI Nutzer teuer, aber lehrreich.

Von joe, 22. Juli 2011 15:50

Atto vs. SNS – Dann wohl konkurrenzlos, zumindest im Augenblick:

Wer bis vor kurzem mit Snow Leopard und GlobalSAN von Studio Networks Solutions auf iSCSI Targets zugegriffen hatte, wird sich wundern. Seit 2007 haben sich die Mac-User auf SNS verlassen – Die Software wurde kostenfrei angeboten.

Ich wurde zwar gewarnt, dass mein Upgrade nicht ganz stressfrei verlaufen würde, im Bereich MIDI war vorgesorgt – also war ich guter Dinge… Ohne iSCSI schaust Du blöd aus der Wäsche: Es ist aus. SNS bietet den iSCSI Initiator “GlobalSAN” zwar kostenlos an, dafür frei von jeglichem Support. Kein Support bedeutet offenbar für SNS auch, bis heute keine einzige Äußerung zum Thema Kompatibilität zu Lion in’s Netz zu schreiben. Weder auf Twitter, noch im Forum, dort liest sich auch, dass offenbar die wenigsten mit einer Inkompatibilität gerechnet haben.

Eine kleine Ausnahme: Solaris Targets können sich nebst wachsender Beliebtheit auch der “weiteren” Kompatibilität zu Lion und Globalsan erfreuen. Doch stimmte mich dieser Beitrag hier weniger fröhlich und zerschoss mein eh schon angefressenes Vertrauen in SNS komplett. das Mountproblem ist aber, wie Dennis Klein richtig sondierte, auf Linux-Targets der Speicherindustrie “beschränkt”, also die der breiten Masse.

Es gibt wohl eine Alternative, doch die ist unverschämt teuer. Atto bietet XTend SAN an, doch für den nahezu unglaublich günstigen Vorzugspreis von $195,00 – Wer sich bis dahin durch’s Netz gegoogelt hat und nach iSCSI Initiatoren für’s geliebte Speichermedium von QNAP, Synology, Netgear oder wem auch immer umgesehen hat, der wurde bitter enttäuscht. Und nein, der von Drobo bringt nix. Es gibt nichts, zumindest nichts Nutzbares. Wer etwas gefunden hat, der möge mich bitte eines besseren belehren: tweet://joemj.

Was mal wieder der Beweis dafür ist, dass “kostenfrei” mich mindestens 8 Stunden Zeit in der Mac-Konsole, in einer Installation, im Netz, und vor allem in Google gekostet hat und man mal kurz gegenrechnen sollte, ob man da nicht doch noch mal die Kreditkartendaten durch den Äther funken sollten. Das ist auch für den Privatanwender irgendwann günstiger. Im professionellen Bereich hat m.E. “kostenlos” und “supportfrei” dann wohl nichts zu suchen.

Ich wurde also genötigt, mangels Alternativen Atto’s Xtend SAN auszuprobieren. Wie erwähnt: Es ist unverschämt teuer! Gegenüber GlobalSAN konnte ich dafür deutlich bessere Werte erfahren. Vor allem im Schreibbereich macht das Ding deutlich mehr Druck und holt aus meinem TS419P+ raus, was das Netzwerkkabel hergibt. Wenn man aber schon so viel Geld ausgibt, sollte man dem Anwender wenigstens das Userinterface schön gestalten. Es ist keien Trialware/Shareware verfügbar.

Die Diskicons sind für designbewusste Macianer eine Katastrophe:

atto_diskicons

Das Setup ist zwar verständlich, der Macrovision Installer nervt aber mit Lizenzfile und dem Wunsch über detaillierte Angaben des Lizenznehmers. Nach dem Setup ist im Gegensatz zu Mitbewerbern kein Neustart erforderlich.:

installer

Funktional ist’s. Das Java-Konfigurationstool wirkt einfach und mit wenig Klickerei und mit Hilfe einer “Target Discovery Funktion” lassen sich die LUNS per Eingabe der IP auch für Klickibunti-Administratoren einfach einbinden:

atto_setup

Xtend SAN unterstützt CHAP/PAP und kann mit Feingefühl mehr Performance aus den per Netzwerkkabel angebundenen Tellerminen rausholen:

atto_setup2

Mehr ist dann aber – neben einer ausführlichen Auflistung der LUNS – auch nicht drin:

atto_lunlist

Atto funktioniert und ist sauschnell. Das Interface wird ja auch nicht täglich geöffnet. Der Designliebende Macianer wird sich allerdings an den Ions und am funktionalen aber völlig altbackenen Interface stören. Mich persönlich ärgert die Kommunikationspolitik von SNS richtig. Das dürfte wohl viele in die Arme von Atto treiben -Die zumindest, welchen jetzt auffällt, dass kostenlos nicht immer kostenfrei bedeutet. Man bekommt das, was auf der Verpackung draufsteht. Für manche ist es viel, denn das Tool arbeitet stabil, performant und – ggü. Konkurrenzanbietern auch unter Lion. Die Oberfläche Ist eine Katastrophe.

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